Grundlagen Website Testing – Teil 3
Artikel von Henner Heistermann am Montag, September 28, 2009 12:56Was sollten Sie testen?
Nachdem die Grundsätzlichen Möglichkeiten des Website Testing (A/B Testing und Multivariates Testing) klar sind, ist es an der Zeit sich Gedanken darüber zu machen, was auf der Website getestet werden soll. Zwar gibt es eine Reihe von Testing-Tools die beim Aufbau eines Testing-Szenarios unterstützen, aber im Endeffekt können nur Ihre Erfahrung und vorherigen Erkenntnisse zu optimalen Ergebnissen führen.
Denn nur ein Website Testing, dass eine Conversion-Steigerung hervorrufen kann ist auch sinnvoll.
Denken Sie wie ein Wissenschaftler
Ein Website Test ist wie ein wissenschaftliches Experiment und sollte auch als solches betrachtet werden. Idealerweise ergibt sich der Test aus den Erkenntnissen der Webanalyse, den Besucherbefragungen oder der Usability Analyse. Außerdem sollte vor dem Test eine begründete Hypothese bestehen was das Ergebnis des Testing sein könnte.
Natürlich kann man theoretisch jede beliebige Änderung testen, aber ein unqualifizierter Test kann nicht nur eine Menge Zeit verschwenden, sondern auch Ihre Website Besucher irritieren oder gar monetären Schaden anrichten. Denn Website Tests werden live und an echten Besuchern und somit potentiellen Kunden durchgeführt. Es ist also unbedingt Vorsicht geboten.
Kleine Änderungen vs. große Änderungen
In welchem Umfang und welche Änderungen sollten Sie Testen? Diese Frage bewegt Website Testing-Experten bereits seit langem, aber im Endeffekt gibt es zwei klare Aussagen. Das Testen großer Änderungen wird einen größeren Effekt haben als das Testen kleinerer Änderungen. Bei kleinschrittigen Tests wird allerdings klar wie sich eine Änderung auswirkt und welche Auswirkungen sie genau hat. Ein Beispiel verdeutlicht dies:

Website Testing mit drei Varianten: A, B und C
Version A ist unsere Originalseite, Version B stellt eine kleine Änderung dar (ein anderes Bild) und Version C beinhaltet viele Anpassungen (Titelbild, Bilder, Layout).
Die Besucher werden den Unterschied zwischen Version A und Version C sicherlich feststellen und entsprechend ein anderes Verhalten an den Tag legen. Was aber, wenn Variante C gewinnt? Dann wird es schwierig festzustellen warum Variante C effektiver war. Die Effekte der Version B hingegen sind einfach nachzuweisen, dafür werden die Auswirkungen deutlich geringer ausfallen.
Was ist also der richtige Testing-Ansatz?
Im Endeffekt ist es eine Frage des Risikos und der Opportunitäten. Wenn die aktuelle Seite schlecht performt, ist die Wahrscheinlichkeit höher mit umfangreichen Änderungen Erfolg zu haben. Die Zeit für viele kleinschrittige Tests steht hierbei in der Regel nicht zu Verfügung.
Wenn die Website bereits eine relativ gute Leistung erbringt, macht eine langsame und behutsame Vorgehensweise sicherlich Sinn. Der Multivariate Ansatz kann eine gute Mischung sein. Wenn es gelingt die einzelnen Varianten in Komponenten herunterzubrechen (Variablen), dann ist ein multivariater Ansatz sicherlich die beste Lösung.
Änderungen mit hoher Wirkung
Egal ob große oder kleine Veränderungen getestet werden, es sollten immer Tests mit hohem Wirkungspotential sein.
Testen Sie immer kritische Elemente einer Website wie Bestell-Buttons. Diese Elemente haben (physisch) nur einen kleinen Anteil an der Website, jedoch eine große Wirkung in Bezug auf Conversion und Umsatz. Testen Sie nicht nur um des Testens willen, sondern analysieren Sie Ihre Website auf Schwachstellen an denen Sie Besucher verlieren und testen Sie gezielt Seiten mit schlechter Leistung.
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